Kurbelt ein Kräuterschnaps die Verdauung an?
Krönender Abschluss eines reichhaltigen und fetten Essens ist für viele Menschen der sogenannte Verdauungsschnaps. Er soll das Völlegefühl beseitigen und die Verdauung von Fett anregen – tut er aber leider nicht, im Gegenteil!
Es zeigte sich, dass Alkohol vor oder zum Essen getrunken sogar die Magenentleerung verlangsamt. Auch das subjektive Völlegefühl vermindert sich durch einen Schnaps nicht. Jedenfalls nicht mehr als durch die gleiche Menge Wasser, wie Untersuchungen gezeigt haben. Doch nicht nur das: Alkohol hemmt sogar die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Verdauungstrakt, inklusive Fett. Und wusstest du, dass Alkohol vom Körper auch noch bevorzugt in Fett umgewandelt wird? Der „Bierbauch“ lässt grüßen!
Alkohol fördert die Verdauung also nicht – was dann?
Trotz allem fühlen sich Viele nach einem üppigen Essen etwas besser, wenn sie einen Kräuterschnaps getrunken haben. Woran liegt das?
Möglicherweise sind es die Kräuter, die die Verdauung unterstützen. Gerade Bitterstoffe sind bekannt dafür, dass sie die Verdauungstätigkeit der Leber anregen. Doch um die Vorteile bitterer Kräuter genießen zu können, muss es nicht zwingend die Kombination mit Alkohol sein. Ein guter Kräutertee aus Wermut, Hopfen oder Beifuß kann hier auch gute Dienste leisten.
Und wen wundert’s: Ein Spaziergang bringt die Verdauung nach einem üppigen Essen allemal besser in Schwung als der vielgepriesene Verdauungsschnaps.