Stärken Probiotika wirklich das Immunsystem?
Probiotische Lebensmittel haben sich seit einigen Jahren einen festen Platz in den Supermarktregalen erobert. Im Angebot sind hauptsächlich probiotische Milchprodukte wie Joghurts und Trinkjoghurts. Probiotisch bedeutet wörtlich übersetzt: „Für das Leben“. Doch kann man der Werbung Glauben schenken, dass durch die Einnahme solcher Produkte wirklich das Immunsystem auf Trab gebracht wird? Ja – sie bieten gegenüber herkömmlichen Joghurts durchaus Vorteile! Mittlerweile belegen viele Forschungsergebnisse einen gesundheitlichen Nutzen.
Wirkungsweise von Probiotika
Das Besondere an diesen Produkten ist, dass sie jede Menge Milchsäurebakterien und Bifidusbakterien enthalten, die besonders widerstandsfähig gegenüber Magen- und Gallensäure sind. So gelangen sie lebend in den Darm. Dort siedeln sie sich an, gesellen sich zu den bereits vorhandenen Bakterien, vermehren sich und verschieben die Mehrheitsverhältnisse in eine günstige Richtung. Es kommt zu einer ausgeklügelten Interaktion zwischen Darmbakterien und Darmimmunsystem, was letztendlich dazu führt, dass krankmachende Bakterien weniger Chancen haben, sich im Körper einzunisten.
Eines muss man allerdings wissen: Jedes Probiotikum enthält seinen eigenen Bakterienstamm und erzielt Gesundheitseffekte, die sich nicht auf einen anderen Stamm übertragen lassen. Daher lassen sich die günstigen Wirkungen nicht verallgemeinern und auf alle Produkte übertragen.
Positive Effekte von Probiotika
- Wer Probiotika einnimmt, erkrankt nicht nur seltener an typischen Winterinfekten wie Husten, Schnupfen und Bronchitis, die Infekte verlaufen auch weniger schwer und sind schneller überstanden.
- Probiotika senken das Risiko für Durchfallerkrankungen und verkürzen deren Dauer. Das gilt für virusbedingte Durchfälle bei Erwachsenen und Kindern, für Reisedurchfälle und Durchfälle, die durch die Gabe von Antibiotika auftreten. Wer ein Antibiotikum einnehmen muss, nimmt am besten begleitend für die Dauer von 6-8 Wochen ein Probiotikum zu sich.
- Probiotika sind außerdem hilfreich für Personen, die unter Verstopfung leiden.
- Auch beim Reiz-Darm-Syndrom können sie Linderung verschaffen.
Probiotika - am besten täglich!
Da sich Probiotika nicht auf Dauer im Darm ansiedeln, müssen sie am besten täglich in ausreichender Dosis eingenommen werden. Erst dann können sie sich vermehren und ihre vielfältigen Wirkungen ausüben. Die erforderliche Menge von bis zu einer Milliarde Bakterien steckt in der Regel in einer verzehrsüblichen Portion.
Übrigens: Herkömmliche Joghurts können Probiotika nicht ersetzen. Sie enthalten zwar auch Milchsäurebakterien, doch diese werden bereits im Magen größtenteils abgetötet.