Wie gesund ist der Genuss von Lakritz?

23
Dez
Deko Bild: 

Magst du Lakritz? Es ist nicht nur Leckerei, sondern auch Arznei. Hauptbestandteil von Lakritz ist die Süßholzpflanze. Sie ist Heilpflanze des Jahres 2012. Seit Jahrtausenden wird Süßholz als Heilmittel bei Husten und Heiserkeit geschätzt. Doch zuviel Lakritz kann der Gesundheit schaden.

Lakritz als Heilmittel
Lakritz wird aus dem Süßholzstrauch gewonnen. Er wächst in den Mittelmeerländern und in Westasien. Die Wurzeln enthalten einen Zuckerstoff namens Glycyrrhizin. Er ist für den typischen Lakritzgeschmack verantwortlich und 50 Mal süßer als Rohrzucker. Lakritz gibt es in unzähligen Formen und Geschmacksvarianten. Erst seit ungefähr 250 Jahren wird es als Leckerei verarbeitet. Davor galt die Süßholzwurzel als bewährtes Heilmittel bei Magenbeschwerden und Erkältungen. Bei Husten und Heiserkeit kann man auch heute noch Bonbons und Pastillen mit Lakritz lutschen. Es ist längst belegt, dass Süßholz schleimlösend, entzündungshemmend, antibakteriell und krampflösend wirkt.

Vorsicht Bluthochdruck!
Doch Lakritz hat auch negative Eigenschaften. Mehr als 50 Gramm Starklakritz täglich können bei bestimmten Personen Nebenwirkungen auslösen, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Starklakritz ist besonders in Holland und Skandinavien populär. Es enthält deutlich mehr Süßholzsaft als die für Lakritz vorgeschriebene Mindestmenge von drei Prozent. Somit enthält Starklakritz auch mehr Glycyrrhizin, bei dessen Abbau im Organismus Glycyrrhetinsäure entsteht. Diese bringt den Mineralstoffhaushalt im Körper durcheinander. Es kann zu Bluthochdruck, Wassereinlagerungen im Gewebe und Muskelschwäche kommen.

Schwangere aufgepasst:
Schwangere verkneifen sich am besten größere Mengen Lakritz, denn Glycyrrhizin kann sich negativ auf die Entwicklung des Ungeborenen auswirken. Untersuchungen ergaben bei Kindern von Müttern mit hohem Lakritzkonsum deutlich erhöhte Cortisolspiegel. Dieses Stresshormon wird mit der Entstehung von Übergewicht und Diabetes in Zusammenhang gebracht.

Was ist „Erwachsenenlakritz“?
Salzige Lakritz enthält Ammoniumchlorid, auch als Salmiak bekannt. Größere Mengen davon können zur Übersäuerung des Blutes führen. Ab einem Salmiakgehalt von zwei Prozent müssen Lakritzprodukte den Hinweis „Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz“ tragen, ab 4,5 Prozent ist der Hinweis „Extra stark, Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz“ erforderlich.
Menschen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes genießen Lakritz daher vorsorglich besser nur in kleinen Mengen.

Und was hat es mit dem Süßholz raspeln auf sich?
Früher hat man Süßholz auch dazu verwendet, um eine schöne, klare und saubere Stimme zu bekommen – besonders dann, wenn man sich bei jemandem einschmeicheln wollte!